„Unser Verstand ist einen Zentimeter lang. Unsere Seele ist fünfzehn Kilometer breit und fünfzehn Kilometer tief" - Gary Keohane

Wie wäre es, wenn es etwas gäbe, um aus deiner Routine auszubrechen? Stell dir vor, du würdest allmählich aufwachen aus diesem immer gleichen Schlaf. Damit meine ich nicht unseren Alltag, sondern unseren GEDANKENalltag. Morgens auf dem Weg zur Arbeit, die Zeit auf Arbeit, der Weg nach Hause, die Zeit mit deinen Liebsten. Doch statt Entspannung und Freude zu erleben, kann gerade die Zeit mit den Liebsten auch  sehr anstrengend sein - aber warum? Und schließlich die letzten Minuten vor dem Einschlafen.


Stell dir vor, du würdest allmählich aufwachen aus diesem immer gleichen Schlaf.



Versuch jetzt, soltest du gerade ungestört sein und Zeit haben, einmal Inne zu halten und dich daran zu erinnern, was dir abends  kurz vor dem Einschlafen durch den Kopf geht. Stell dir vor, du liegst im Bett, dein Partner schläft bereits und dein Handy liegt in einem anderen Raum.

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Wir haben alle ca. 60000 Gedanken am Tag, die uns durch den Kopf schießen und davon sind ungefähr 3000 neu. Das klingt an sich nicht schlecht und würde bedeuten, dass wir,  rechnerisch, alle drei Wochen eine ganz neue Routine haben ( 20Tage x 3000 Gedanken = 60000 Gedanken). Unser Alltag müsste spannend und abenteuerreich sein, oder? Leider vermiesen uns die anderen 57000 konditionierten und eingefahrenen Gedanken, unsere Glaubenssätze, diese schöne, aufregende Welt.

Als Kind entdecken wir die Welt an der Seite unserer Eltern, unserer Großeltern und unserer Lehrer. Natürlich wollen sie uns schützen und führen, doch übernehmen wir gleichzeitig oft auch deren Perspektive auf die Dinge. Als Kind nehmen wir vieles ungefiltert auf, wobei Gedanken und Prägungen entstehen, die in unserem Unterbewusstsein verankert werden und dort Wurzeln schlagen.

„Erinnere dich daran, wer du warst, bevor dir gesagt wurde, wer du sein sollst.“ – Laura Malina Seiler


Wenn wir Gedanken immer und immer wieder in unserem Kopf „wälzen“, verändern sich die Neuronen in unserem Gehirn und werden quasi zu „Autobahnen“. Unser Geist gewöhnt sich an diesen Zustand und benutzt bevorzugt diese schon bekannten, erprobten und „ausgetretenen“ Pfade. Du fährst doch bestimmt auch lieber die breite und ausgebaute Straße entlang, statt den engen und holprigen Feldweg zu benutzen? Wenn uns nun ein neuer Gedanke durch den Kopf geht, zum Beispiel, weil wir jemanden seit langer Zeit mal wieder getroffen haben, mag dieser Gedanke anfangs sehr präsent sein, da es vielleicht ein wirklich schönes Erlebnis war. Doch dauerhaft hat er im Kampf gegen das dichte Wurzelwerk unserer existierenden, gewohnten Gedanken wenig Chance. Bildlich gesprochen, kann die zarte neue Pflanze in unserer Gedankenwelt nicht wurzeln und verwelkt. Trotz der täglich 3000 neuen Gedanken entsteht in unserem Kopf nicht viel Neues und wir befinden uns tagein tagaus in einer Art Überlebensmodus. Um den immer gleichen quälenden Gedanken zu entfliehen, flüchten wir uns in Phantasien, freuen uns über die immer gleichen vertrauten Situationen oder suchen einen Weg der Betäubung. Glücklich sind wir dabei in den seltensten Fällen.


Du fährst doch bestimmt auch lieber die breite und ausgebaute Straße entlang, statt den engen und holprigen Feldweg zu benutzen?



Eine weitere häufige Ursache für wiederkehrende Zweifel und Gedankenspiralen ist eine nicht erfolgte Ablösung von unseren Eltern. Unsere Eltern haben uns das größte Geschenk überhaupt gemacht: Unser Leben. Doch ab einem bestimmten Moment dürfen wir uns lösen und auf der emotionalen Ebene trennen. Erfolgt das nicht, bleiben wir auch im Erwachsenenalter noch „Kind im Kopf“ und finden nie in unsere wahre Männlichkeit und Weiblichkeit. Wir leben weiterhin nach den Glaubenssätzen unserer Eltern und kommen etwa in schwierigen Lebenssituationen nicht ohne ihren Ratschlag aus. In solchen Momenten hören wir lieber auf unsere Eltern, statt auf unseren Partner oder unser Bauchgefühl. Diese beruhigende Komfortzone von „Mamas Schoß“ kann glücklich machen, gleichzeitig geben wir die Verantwortung für unser eigenes Leben ab und berauben uns unserer Freiheit. Im Ernstfall leben wir in unserer Seifenblase und finden währenddessen unseren Traumpartner und leben ein tolles und erfülltes Leben.

 

Doch tun wir das wirklich? Ist es unser Leben, wenn wir es immer unter dem Schleier unserer erlernten Glaubenssätze führen? Was wäre, wenn wir nur für einen kurzen Moment beginnen, unseren vollen Fokus auf das zu richten, was wir gerade tun und dabei alles Erlernte loslassen? Wie würde sich das anfühlen? Was würde passieren?

„Was Du denkst, BIST DU. Was Du bist, STRAHLST DU AUS. Was Du ausstrahlst, ZIEHST DU AN.“ -  Buddha